Das Kreuz mit dem Kreuz – Bewegung heilt den Rücken

Team Rückenwelt Bandscheibe, Bandscheibenvorfall, Haltung

 

Jeder kennt es, das Kreuz mit dem Kreuz

Jeder hat es mal im Kreuz, einen Hexenschuss vielleicht.

Das kommt vor, kann punktuell sehr schmerzhaft sein und vergeht wieder. Immer mehr Menschen leiden aber auch ständig an Rückenschmerzen. Um etwa 30 Prozent ist die Zahl der Rückenerkrankungen in den letzten zehn Jahren gestiegen, bereits 68 Prozent der 10- bis 16-Jährigen haben heute Rückenprobleme.

Verursacht werden Schmerzen im Kreuz, anders als in früheren Zeiten, nicht mehr durch körperlich schwere Arbeit, sondern eher durch das Gegenteil: durch mangelnde Bewegung. Schon die Kinder sitzen vier bis fünf Stunden täglich vor dem Computer, zusätzlich zur Schule. Auch Stress, psychischer Druck, Mobbing und andere Ängste spielen eine große Rolle. Alles, was die Hektik des modernen Alltags mit sich bringt, bekommen wir im Kreuz zu spüren. Das erschwert in vielen Fällen die Diagnose. Sie bleibt allzu oft diffus. Feststeht nur, dass es bei über 80 Prozent der Patienten muskuläre Verspannungen sind, die das Rückenleiden verursachen.

Die vielfach vermuteten Verschleißerscheinungen schlagen dagegen mit gerade mal zehn und die Bandscheibenvorfälle mit ganzen vier Prozent zu Buche. Das heißt, wichtiger als die noch viel zu oft durchgeführten chirurgischen Eingriffe (Bandscheiben- oder Versteifungsoperationen) sind multidisziplinäre Therapiekonzepte, bei denen Hausärzte, Wirbelsäulenspezialisten, Sporttherapeuten und Psychologen zusammenwirken. Gemeinsam mit dem Patienten können sie seine schmerzhaften Verspannungen lösen, ob sie nun die Folge von Fehlhaltungen oder psychische Belastungen sind. Entscheidend ist immer die – ärztlich abgesprochene – Bewegung. Sie entkrampft die verhärtete Muskulatur, gleichzeitig hilft sie, den Kopf wieder frei zu bekommen.

Wer glaubt, nur ausruhen zu müssen, tut seinem schmerzenden Rücken keinen Gefallen, so angenehm das für den Moment sein mag. Deshalb habe ich schon vor Jahren die Devise “Turne bis zur Urne” ausgegeben. Und das gilt umso mehr, als es hilft, einer weiteren Ursache der um sich greifenden Rückenleiden vorzubeugen: dem Übergewicht. Besonders bei Kindern sind hier besorgniserregende Zuwachsraten zu verzeichnen und in Folge auch Wirbelsäulenschäden oder z. B. die Zuckerkrankheit.

Deshalb gehört schließlich auch eine gesunde Ernährung zur Vorsorge von Rückenleiden. Möglichst frische und naturbelassene Lebensmittel, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, liefern uns die Stoffe und Mineralien, die wir benötigen, um die Wirbelsäule stabil zu halten. Unser Rücken braucht diese Kost der Natur ebenso wie die ausreichende Bewegung. Wer das beherzigt, muss kaum mehr fürchten, dass ihm sein Kreuz schmerzhaft zu schaffen macht.