Der Wirbelkanal: Pipeline für das Rückenmark

Team Rückenwelt Bandscheibe, RÜCKENKUNDE, WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA, WISSEN

33 Wirbel besitzen wir in der Regel

An ihre zentralen Wirbelkörper schließen sich nach hinten die um ein Loch herum wachsenden Wirbelbögen an. Alle Wirbelbögen zusammen formen den Wirbelkanal. Er bietet Raum für einen wichtigen Teil unseres zentralen Nervensystems: das Rückenmark. Etwa 40 bis 50 Zentimeter lang ist es beim Menschen, es beginnt am Schädel und reicht bis zum dritten Lendenwirbel. Ab da geht es in die Nerven des Beckens und der Beine über.

Das Rückenmark ist Schaltstelle zwischen Gehirn und Nerven der verschiedenen Körperregionen und zugleich Auslöser für blitzschnelle Reflexe. Doch so wichtig es für unseren Körper ist, so empfindlich ist es für Druck- und Zugbelastungen. Kein Wunder, dass es mit besonders schützenden Strukturen ausgestattet ist. Drei feine Membranen umgeben es, damit das Rückenmark nicht direkt den Knochen der Wirbelsäule ausgesetzt ist.

Die äußere Membran (Dura mater) ist sehr druckempfindlich. Wird sie gegen den Wirbelkörper gepresst, etwa wenn die Bandscheibe verrutscht, kann das starke Schmerzen zur Folge haben. Die Dura mater wird durch ein Fettgewebe vom Wirbelkörper gepolstert, den Epiduralraum. Ihn durchqueren Nervenwurzeln für die abgehenden Rückenmarknerven. Bei Schmerzen kann der Arzt eine Betäubungsspritze in den Epiduralraum setzen und die gereizten Nerven ausschalten.

Zwischen den inneren beiden Membranen befindet sich Rückenmarkflüssigkeit (Liquor). Dieser Flüssigkeitsmantel schützt das Rückenmark vor Erschütterungen.