Wenn der Schmerz plötzlich zuschlägt, sollten Sie wissen, was zu tun ist.

Wichtig ist erst einmal, dass Sie in einer schmerzfreien Position zur Ruhe kommen. Lesen Sie hier, was bei welchem Schmerz am besten wirkt.



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Wenn sich plötzlich der Schmerz im Rücken bemerkbar macht und schon die geringste Bewegung den Körper zu lähmen scheint, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: In den allermeisten Fällen ist dies kein Vorzeichen auf ein dauerhaftes Leiden. 90 Prozent aller akuten Rückenschmerzen heilen innerhalb von vier bis sechs Wochen. Allerdings – und das ist die schlechte Nachricht: An den akut auf tretenden Schmerzen ändert dies zu nächst einmal nichts. Immerhin gibt es aber auch in diesen Momenten einige  Möglichkeiten, den Schmerz zu lindern. Ich möchte Ihnen hier einige Methoden zur Selbsthilfe für den Akutfall vorstellen, die sich besonders für die Anwendung zu Hause eignen. Ziel aller Soforthilfemaßnahmen ist es, dass Sie beweglich bleiben oder es möglichst rasch wieder werden.

Liegen zur Entspannung

Manchmal sind die Schmerzen so stark, dass Bewegungen kaum noch möglich sind. Versuchen Sie in einem solchen Fall, in einer schmerzfreien Position zur Ruhe zu kommen. Die vorgeschlagenen Liegepositionen haben alle denselben Zweck: Sie mindern den Druck  auf  die Bandscheiben und entlasten Nerven und Knorpel in den Wirbelgelenken. Doch denken Sie bitte daran: Liegen ist zur Entlastung eine gute Sache, aber keine Dauerlösung.

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Die  Stufenlagerung

Legen Sie sich mit dem Rücken auf eine feste Unterlage, legen Sie Ihre Unter- schenkel je nach den Beschwerden auf eine Knierolle, einen Koffer, einen Schaumstoffwürfel (aus dem Sanitäts- handel) oder alternativ auf die Sitzfläche eines Stuhls. Besonders gut entspannen können sich die Rückenmuskeln in der erhöhten Lagerung der Beine mit einem 90-Grad-Winkel in Hüft- und Kniegelenken. Der Bandscheibendruck wird dann minimiert und gleichmäßig verteilt.

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Die Rückenlage

Legen Sie sich auf den Rücken, unterstützen Sie Kopf und Halswirbelsäule mit einem zusammengerollten Handtuch. Die Knie werden mit einem zusammengerollten Kissen oder einer Knierolle unterlagert – so bildet sich kein Hohlkreuz und die Lendenwirbelsäule mit ihren angrenzenden Strukturen (Nerven, Muskeln) wird entlastet.

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Die Seitenlage

Diese Position empfiehlt sich insbesondere, wenn Sie einseitige Rückenschmerzen haben. Legen Sie sich seitlich auf den Boden oder das Bett, die schmerzfreie Seite ist unten. Winkeln Sie Ihre Beine nun in Knien und Hüfte leicht an. Der Kopf ruht auf dem Unterarm oder auf einem flachen Kissen. Damit das obere Knie nicht nach innen fällt und es zu Verdrehungen der Wirbelsäule kommt, können Sie zur Unterstützung ein Kissen zwischen die Knie klemmen.


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Richtiges Atmen

Mit der richtigen Atemtechnik lassen sich akute Rückenschmerzen lindern, die verkrampfte Rückenmuskulatur wird dabei entspannt. Entspannung und Beruhigung stehen also im Vordergrund. Oder, andersherum ausgedrückt: Wer versucht, den Schmerz „wegzuhecheln“, sorgt dafür, dass sich der Körper noch mehr verspannt. Denn schnelles Atmen mithilfe der Brustmuskulatur, wobei die Schultern nach oben gezogen werden, führt zu weiterer Anspannung und zu noch mehr Stress.

Alle gängigen asiatischen Bewegungslehren, ob Qigong, Tai-Chi oder Yoga, arbeiten mit Atemtechniken, die darauf beruhen, dass beim Atmen der Brustkorb möglichst ruhig bleibt und sich die Bauchdecke hebt und senkt. Atmen ist ein körperlicher Reflex und geschieht automatisch. Durch bewusstes Atmen können wir uns schnell entspannen und bauen Stress ab.