Über die Mikrotherapie

Team Rückenwelt Bandscheibe, Bandscheibenvorfall, Behandlungen, MIKROTHERAPIE, WISSEN

Die Verfahren der Mikrotherapie lassen sich sehr erfolgreich und für Patienten schonend einsetzen

Die Verfahren der Mikrotherapie sind eine Zusammenführung und Weiterentwicklung von interventioneller Radiologie, Endoskopie und Schmerztherapie als ambulante Verfahren. Sie lassen sich gerade an Rückenerkrankungen, beispielsweise Bandscheiben, sehr erfolgreich und für Patienten schonend einsetzen.

Normalerweise wird in der Radiologie der Computer- oder Kernspintomograph nur zur Diagnostik benutzt. Da aber die bildliche Auflösung im Millimeterbereich liegt, können auch immer winzigere Instrumente mit diesen Sichtmethoden gesteuert werden.

Gleichzeitig wird in den letzten Jahren auch das Instrumentarium für Operationen und andere Behandlungen (z B. zur Biopsie, zur Endoskopie oder Implantation von Schmerztherapiesonden) immer kleiner. Die Durchmesser der Instrumente liegen zwischen 0,1 und drei Millimetern und sie können punktgenau unter Sicht platziert werden. Der Patient wird zur Behandlung auf der Liege so positioniert, dass die zu therapierende Region optimal zu erreichen ist und im Tomografen sichtbar gemacht werden kann.

Es gibt sogar bereits Geräte, die so konzipiert sind, dass in ihnen operiert werden kann (z. B. ein offener Kernspintomograf). Die meisten Eingriffe erfolgen bei lokaler Betäubung. Während der Behandlung kann der Arzt sich meist mit dem Patienten unterhalten. Die Eingriffe sind in der Regel ohne Narkose durchführbar und schmerzlos.

Medikamentöse Mikrotherapie

Medikamentöse Mikrotherapie bedeutet, dass (meist flüssige) Substanzen gezielt in den Körper injiziert werden. Behandelt wird beispielsweise die Wirbelsäule bei einem kleinen Bandscheibenvorfall durch die Periradikuläre MikroTherapie, bei der Bandscheibengewebe durch gezielte Injektion von antientzündlichen und Wasser entziehenden Medikamenten geschrumpft bzw. die Entzündung lokal punktgenau behandelt wird. Der bedrängte Nerv kann sich wieder beruhigen.

Auch die kleinen Wirbelgelenke werden bei Rücken- oder Kopfschmerzen im Rahmen einer mikrotherapeutischen Behandlung (Facettenbehandlung) mit antientzündlichen Medikamenten infiltriert. Bei chronischen Schmerzen können Nerven mit Kleinstmengen von 96-prozentigem Alkohol oder Hitzereizen ruhig gestellt (verödet) werden. An und in Hüft-, Schulter-, Kniegelenken und kleinen Gelenken können sehr gezielt lokal Schmerzmittel oder künstliche Gelenkflüssigkeit eingebracht werden.

Operative Mikrotherapie

Die operative Mikrotherapie wird heute routinemäßig zur Behandlung der Bandscheibe mit Zangen, Radiofrequenz, Laser oder Wasserstrahl (perkutane Nukleotomie) genutzt. Sie kann auch zur Behandlung von Wirbelkörpern verwendet werden, die ins Gleiten geraten sind oder wieder stabilisiert werden müssen. Zunehmend mikrotherapeutisch erfolgt auch die Stabilisierung oder Aufrichtung von zusammengebrochenen Wirbelkörpern mit Zement (Vertebroplastie), beispielsweise bei Osteoporose. Zur lokalen Tumortherapie kann Gewebe entnommen oder gezielt mit Hitzesonden zerstört werden.